Bericht über die Grundsteinlegung.

Am 16 . Oktober 1899

versammelte sich die ganze Gemeinde vor dem Bau und nach Aufführung eines gemischten Chores und der Ansprache des Pfarrers Wilhelm Kaufmann erfolgte die Vorlesung der nachstehenden Urkunde:

Urkunde

zur Nachricht für die in ferner Zukunft aufkommenden Geschlechter der evangelischen Gemeinde A.B. (Augsburger Bekenntnis) in Jakobsdorf.

Unter der Regierung des Königs Franz Josef 1 aus dem Hause Habsburg-Lothringen wurde das im Jahre 1810 erbaute Schulhaus, da es den Forderungen der Neuzeit nicht genügte, im Frühjahr 1899 abgetragen und der Bau einer neuen Schule beschlossen.

Der Plan dazu wurde von Ingenieur Kohut Simon verfaßt und die Ausführung des Baues dem mehrfach bewährten Baumeister Karl Bonfert aus Schäßburg übertragen.

Am 16 Oktober nachmittags 3 Uhr fand in Gegenwart der kirchlichen und politischen Vertreter der Gemeinde die Feier der Grundsteinlegung statt.

Ehrender Erwähnung wert sind die beiden seit 1. September in diesem Jahre (1899) in den Ruhestand getretenen Lehrer:

  • Johann Barthmes Nr. 115
  • - Rektor

     seit 21. November 1862

    und

  • Georg Duldner
  • - Konrektor

     seit 12. Dezember 1860

    beide haben in ununterbrochener Folge mit Pflichttreue ihres Amtes gewaltet.

    Zur größeren Gemeindevertretung, die auch das Presbyterium umfaßt, gehören noch 48 Vertreter.

    Seelenzahl:

    männlich

    322

    weiblich

    339

    zusammen

    661

    Schulbesuchende Kinder

    männlich

    59

    weiblich

    55

    zusammen

    114

    Fortbildungsschule

    Burschen

    17

    Mädchen

    25

    zusammen

    42

    Der Frauenverein, der sich die Pflege des Friedhofs und die Ausschmückung der Kirche zum Arbeitsfeld gewählt hat und eine Kinderbewahranstalt (Kindergarten) (sommertags) erhält, besteht aus 90 Mitgliedern.

  • Vorsteherin
  • Emilie Barthmes

    Nr. 115

  • Schriftführerin
  • Katharina Wecker

    Nr. 91

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  • Kassiererin
  • Luise Hammer

    Tochter des Pfarrers

     

    Der Ortsvorstand der politischen Gemeinde umfaßt folgende Personen:

    Der Grundbesitz besteht aus 22.000 Parzellen und befindet sich zu 4/5 (80%) in sächsischen Händen.

    Die ungestümen Forderungen der Zeit drängen unausweichlich zur Kommassation (Grundstückzusammenlegung), zu der die ersten Schritte getan sind.

    Im Umlauf befinden sich Staatsnoten zu 5, 10, 50, 100 und 1000 Gulden österreichische Währung. In klingender Münze Silbergulden, dann Kernstücke aus Nickel zu 10 und 100 Heller, aus Bronze Stücke von 2 Helle. Mit 1. Januar erhält die Kronenwährung ausschließliche gesetzliche Geltung.

    Möge das neue Schulhaus, so lange es steht, den nachwachsenden Geschlechtern ein Hort wahrer Bildung und Gesittung sein!

    Das walte Gott in seiner Gnade!

    Hierauf wurde die Urkunde in ein gläsernes Gefäß und außerdem eine Krone, ein Zehnhellerstück, ein Zwanzigherllerstück und ein Zweihellerstück verschlossen und in den Grundstein eingemauert.

    Die ersten drei Hammerschläge tat der Pfarrer mit den Worten:

    Gott zur Ehre, von dem allein Segen und Gedeihen kommt,

    der Gemeinde zur Mehrung an den höchsten Lebensgütern,

    der Baukunst zu Ehren, die vor allen berufen ist, Denkmäler zu Gottes Ehren zu errichten.

    Der Kostenaufwand betrug 27.461 K 50 h.  Etwa 47.782€

    Die Einweihung der Schule erfolgte am 29. Juni 1904.